Das Problem: Die 50-Cent-Toilettengebühr. Überall wird sie verlangt – in Cafés, Restaurants, Kneipen und Bars …

Öffentliches Pissoir, ohne Toilettennutzungsgebühr

Die Lösung:

Stimme eines Kneipenwirts gegen zwei Uhr morgens, vorliegender Wortlaut überliefert durch den Stammgast Henry Penke, wohnhaft Krausenstraße, Berlin

Geschichte hören

„Hat alles anjefangen in diesem Sommer, 2010. Der war echt heiß, der Sommer, wa. Erst kam er ja jar nicht, und dann aber, ey, voll heiß. Deswechen ham die bestimmt auch alle durchjedreht. Voll die Macke, ey. Ham mir Tampons ins Klo jeworfen, immer wieder. Die ham doch jesponnen, wa, jeden Tach, ey. Was sag’ch da, jeden Tach – jede Stunde ham se das jemacht. Was ich für ne Klempnerrechnung hatte, wa. Und der Vermieter hat die natürlich nicht jezahlt. Hat jesagt, is ja meine Kneipe, meine Rechnung, selber Schuld, hat er jesagt, der Vermieter.
Also, war ja auch ne sie, der Vermieter. Deswechen, wa, deswechen hat er jesagt, ist ja meine Schuld. Hätt’ch die halt so aufs Klo lassen sollen, hat er jesagt, ohne die fuffzig Cent Jebühr. Als ob fuffzich Cent zuviel sind, wa. Hat doch jeder. Ey. Fuffzich Cent is nu nicht die Welt. Hat jeder. Aber die, die müssen rummösern wieder, die Weiber. Auf Extrawurscht machen. Mir ihre Tampons ins Klo werfen. Also.
Ich mein, früher hab’ch ja auch mal Zement beim MacDonald’s sein Klo reinjekippt, wa, aber ey, das war was janz anderes, das war, das war, na aber ejal, wa.
Denn, denn ham se auch noch anjefangen, mir gezielt auf die Sessel zu bluten, jezielt war das, Röcke hoch und los, in Gruppen kamen die, jezielt sach ich, bin ja nicht aufn Kopf jefallen und von jestern auch nicht, und denn, denn hab’ch halt aufjegeben. Hab die reinjelassen. Die durften immer, wenn se wollten.
Fand’ch nicht so klasse, wa, fuffzig Cent sind fuffzig Cent, aber wer weiß, was die sonst noch alles jemacht hätten mit ihren Tampons da, wa. Die Weiber. Voll einen an der Klatsche, hatten die, n paar Schrauben locker, wenn de mich frachst, wa Henry? Frachste mich, Henry? Henry?“

 


 

„Stimme eines Kneipenwirts“ zum Hören

… und noch mehr rund um Klos

Öffentliche Klos sind schon lange ein Thema für mich, so auch bei der allerersten Weltverbesserungsgeschichte je, Die langen Nächte der Stefanie Hain.

Auch im Radio habe ich mich darüber bereits ausgelassen und z. B. eine Mini-Serie im Wurfsendungsformat für Deutschlandfunk Kultur geschrieben, zehn Mal Klo: „Die Toilette“.


 

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